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kfd macht Herbern zur närrischen Hochburg

HERBERN - „Da simma dabei, dat is prima“: Das ließen sich die Frauen der kfd St. Benedikt am Freitagabend nicht zweimal sagen und verwandelten die Aula der Theodor-Fontane-Schule im Handumdrehen in ihre eigene Herberner Närrinnen-Hochburg.

Foto: Heinkel-Brüggemann

Und die westfälische Antwort auf rheinländische Fröhlichkeit musste keinen Vergleich scheuen, weder auf noch vor der Bühne. So blickten Präsidentin Marita Heitbaum und ihre elf „Kirchenmäuse“ auf ein närrisches Volk, das alle Register der Verkleidungs- und Schminkkunst gezogen hatte.

Gleich gruppenweise wurden in der mit mehr als 200 närrischen Wesen vollbesetzten Aula schwarz-weiß-gefleckte „Feierbiester“ oder Damen im zarten Federkleid gesichtet. Da wetteiferten Marienkäfer mit der rockigen Punk-Abteilung oder rot-karierte Schottenschals mit quietsch-bunten Anden-Ponchos. Schaurig-schöne Hexen, hemdsärmelige Cowgirls und eine gut gelaunte Truppe gar nicht giftiger Fliegenpilze feierten mit Revue-Girls samt Glitzerzylindern und einem leuchtenden Tannenbäumchen. Dass im Karneval tatsächlich alles geht, bewiesen zwei Anhängerinnen gewisser Fußballclubs aus Lüdenscheid-Nord und Herne-Ost, die einträchtig schunkelnd das Motto „You´ll never walk alone“ umsetzten.

Im Elferrat kamen Frauke Bussmann, Renate Gesenhoff, Margret Heitbaum, Angelika Hölscher, Lisa Krampe, Agnes Naber, Christel Neuhaus, Lisa Roters (Samstag), Bärbel Schäfer (Freitag) und Ursula Weißenberg und ihre Präsidentin aus dem Staunen nicht heraus. Denn auf der Bühne zündeten die rund 80 Akteurinnen eine Stimmungsrakete nach der anderen. Die „Happy Liners“ um Gabi Klingenberg legten zum Auftakt einen Linedance aufs Parkett und wurden vom Elferrat mit den verdienten „Trömmelsche“ belohnt.

Unverwechselbar westfälisch ging es bei Maria Großerichter und Margret Reher um den Nachweis, dass ein cleverer Buer garantiert den „sensationellen Kartoffelanbau“ hinkriegt. Das Publikum fand, „das war Spitze“ und hatte es postwendend zu tun mit dem „Wunderkasten“ von Veronika Möllers, Christa Röhling, Marlis Schütte, Angelika Selhorst und Annette Stolze. „Einen Mann, einen richtigen Mann“, suchte sich Nicole Koy aus und riss das Narrenvolk mit ihrer leidenschaftlichen Sanges- und Tanzeinlage zur Applaus-Rakete hin.

Jubelstürme gab es für die moderne Version von „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. Erzählerin Rita Hörsting schickte Schneewittchen „Atemlos“ in den Wald, nachdem sich die böse Königin beim Spiegel eine Abfuhr geholt hatte und den Jäger „Anton aus Tirol“ in die Wüste schickte: „Du hast mich tausendmal belogen“. Und während die Zwerge das „Bruttosozialprodukt“ steigerten, hätte es für das arme Schneewittchen schon beinahe „Time to say good bye“ geheißen, wenn, ja wenn nicht der „Märchenprinz, ich bin der Märchenprinz“ gekommen wäre.

Die russischen Bezirkshebammen Angelika und Regina Selhorst aus Novosikursk – mit Pelzhütchen und Handtäschchen – kannten keine Probleme mit mangelndem Kindersegen. Der erste Teil des kfd-Karnevals endete mit einer Polonaise durch den Saal, bevor am Samstagabend Teil 2 nachgelegt wurde. Die Bewirtung übernahmen die Jungs der Jugendabteilung des SV Herbern. - gh

Bericht: Westf. Anzeiger

 

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